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Die Jahresfahrt 2003 sollte von Andermatt zum Lago Maggiore führen. Leider schrumpfte die Teilnehmerzahl je
näher der Termin rückte, sodass am Ende nur noch drei Mitglieder dabei waren. Michael und Manfred reisten bereits am Mittwoch von Frankfurt an, Rüdiger erreichte Andermatt am Donnerstag von seinem
Feriendomizil in Ronco ebenso wie der Besenwagen in der Besetzung mit Frieder und Philipp, die reichlich Getränke an Bord hatten.
Auf dem Programm standen zwei Pässe, der Oberalppass auf dem Weg nach Disentis sowie der Lukmanier zwischen
Disentis und dem Tessin. Ursprünglich waren zwei Tage angesetzt; wegen der am Freitag zu erwartenden Gewitterfront entschlossen wir uns, die Tour an einem Tag zu absolvieren.
Der Oberalppass wurde nach passabler Zeit überquert, die Abfahrt nach Disentis entschädigte für die Mühen des
Aufstiegs: sie führte durch eine grandiose Berglandschaft.
Circa vier Kilometer hinter Disentis war Mittagspause angesagt in einem speziell für Biker (Motorrad) werbenden
Gasthof. Beim Aufbruch zog aus Richtung Tessin eine starke Gewitterfront auf; nach intensiver Beratung entschlossen wir uns, die Toure abzubrechen und mit dem Besenwagen nach Andermatt zurückzukehren. Die Räder
von Michael und Manfred sollten später bei der Fahrt ins Tessin abgeholt werden.
Zurück bei dem besagten Gasthof war herrliches Wetter, das Gewitter war abgezogen, der Fahrt über den Lukmanier
ins Tessin stand nichts mehr im Wege. Ein gewaltiger Irrtum, denn nach herrlicher Abfahrt über mehr als 40 Kilometer begann kurz vor dem Ort Biasca der große Regen, die Gewitterfront war zurückgekehrt. Bei
einbrechender Dunkelheit hatten wir nur noch ein Ziel, den Bahnhof von Bellinzona zu erreichen. Nach schneller und gefährlicher Fahrt bei Regen und Dunkelheit (immer wieder unterbrochen von grellen
Blitzen), erreichten wir die rettende Bahnstation. Unter Aufbietung aller Geisteskräfte gelang es uns, dem Fahrkartenautomaten zwei Karten nach Locarno zu entlocken. Dort wartete bereits der Besenwagen in Person
von Frieder und brachte uns ans Ziel in Ronco. Der Tag endete versöhnlich mit einer heißen Dusche und kühlem Rotwein.
Am Freitag bot Frieder wegen des schlechten Wetters an, unser Auto beim Gasthof für Biker hinter Disentis
abzuholen. Auf der Fahrt konnten wir die großen Schäden sehen, die das Gewitter angerichtet hatte. Straßen und Brücken waren überflutet und verschüttet, sodass wir nur unter Nutzung aller Umleitungsmöglichkeiten
den Abstellplatz unseres Autos erreichten. Nach sage und schreibe sechs Stunden war die Rückholaktion beendet.
Am Samstag erkannten wir allerdings, dass wir alles richtig gemacht hatten; bei herrlichem Wetter verbrachten
wir den Tag auf dem hauseigenen Boot, auch wenn eine Dame an Bord mit der Anwesenheit der Gäste nicht ganz zufrieden war.
Die Rückfahrt nach Frankfurt verlief reibungslos bis auf einen Stau bei Ariolo; diesen hätten wir allerdings
vermeiden können, wären wir dem Rat unseres Reiseprofis gefolgt.
Immer wieder Dank an unsere Quartiermeister und den Fahrer des Besenwagens.
Fotos
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