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2004: Pfälzer Wald vom 29. Juli bis 1. August. |
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Es sah nach Absprache aus, war aber Zufall, als wir am Donnerstagabend gemeinsam in unserem Quartier Hotel und Weinstube Waldkirch in Rhodt an der Weinstraße eintrafen. Das Programm an diesem Abend erschöpfte sich in dem Genuss von deftiger Pfälzer Hausmannskost sowie dem Test der Pfälzerweine, die aber nicht auf ungeteilte Zustimmung stießen; man muss allerdings bedenken, dass in unseren Reihen ausgesprochene Weinkenner saßen, die hohe Ansprüche stellten. Am Freitag stand die sogenannte südliche Tour auf dem Programm; der Start verzögerte sich, da einige Teilnehmer Schwierigkeiten mit ihrem Sportgerät hatten; gegen 10 Uhr waren alle Probleme behoben, es konnte losgehen. Drei Kilometer nach dem Start war eine giftige Steigung zu bezwingen, ca. vier Kilometer mit bis zu 10 Prozent. Belohnt wurde die Mühe mit einer ebenso langen Abfahrt bis in den Ort Ramberg. Hier konnten wir die Straße verlassen, ein Radweg führte bis nach Annweiler / Trifels. Die nächste Etappe bis nach Vorderweidenthal verlief durch ein schönes schattiges Tal, sodass die Hitze etwas abgemildert wurde. Mittagspause war in Erlenbach angesagt. Wir fanden ein nettes Lokal mit schattigen Plätzen und konnten die verlorenen Kalorien nachfassen sowie den Wasserhaushalt regulieren. Der Wirt war von uns begeistert und spendierte eine Runde scharfe Getränke bzw. Espresso. Auf Wunsch eines Wanderburschen änderten wir unsere Route und machten einen Abstecher nach Dahn, einem beliebten Urlaubsort mir einer Burg aus dem Mittelalter, deren Mauern teilweise aus dem Naturstein gehauen waren. Unser Versuch, die steile Zufahrt mit dem Rad zu erreichen, endete kläglich. Der Weg wurde zu steil, das Hinterrad drehte durch. Die Rückfahrt durch das Tal des Klingbach galt als Flachetappe. In Klingenmünster hatten wir das Rheintal erreicht, durch bekannte Weinorte wie Heuchelheim, Mörzheim und Wollmesheim sollte die Tagesetappe gemütlich ausklingen. Weit gefehlt, diese Orte liegen zwischen Weinbergen, die Straßenführung verdient die Bezeichnung wellig bzw. hügelig und kostete unsere letzte Energie. Nach ca. 130 Kilometern trafen wir am Zielort ein. Der Abend endete mit gemütlichem Beisammensein in einem benachbarten Weinlokal; wir hatten Mühe, den normalen Flüssigkeitspegel wiederherzustellen. Der Samstag begann mit einer herrlichen Fahrt durch das Modental; für die Rennradbesitzer wurde es allerdings dann zur Strapaze: Der Waldweg über den Pfaffenkopf und Erlenkopf nach Taubensuhl stellte sich als unbefestigter Schotterweg heraus, die schmalen Reifen hatten Probleme. Besonders hart traf es unseren Bremer Fahrer: Innerhalb von 100 Metern hatte er zwei Pannen am Hinterrad. Auch nach dem Aufziehen des dritten Schlauches musste er noch im Stundentakt Luft nachtanken. Nach dem Mittagessen (mit wiederum reichlichen Getränken) konnten wir dann aber auf einer Asphaltpiste nach kurzem hefteigen Anstieg Johanniskreuz, den höchsten Punkt unserer Tour, erreichen. Auf verkehrsarmer Straße durch das schöne Tal des Speyerbachs erreichten wir die Abzweigung nach Waldleiningen, unserem Alpe d’Huez des Pfälzer Waldes. Nach reiflicher Überlegung verzichteten wir auf diese Bergetappe: Wir hatten durch die Reifenpannen zu viel Zeit verloren. Auf den folgenden Kilometern unternahm unser Fahrer aus München mehrere Ausreißversuche (er wurde dafür nachträglich mit dem Trikot des aktivsten Fahrers ausgezeichnet), konnte aber vom geschlossenen Verfolgerfeld jedes Mal wieder gestellt werden. Zwei Verfolgern gelang bei dieser Jagd der Sprung aus dem Hauptfeld, der perfekt funktionierende Bus war nicht mehr einzuholen. In einem Cafe in Lambrecht war die Hatz zu Ende, wir stärkten uns für den Rest der Etappe. Auf der letzten Teilstrecke über Neustadt riss das Feld wieder auseinander. Ursache war aber nicht die schnelle Fahrt, sondern der Drang eines Teilnehmers, die romantische Innenstadt des Ortes kennen zu lernen sowie das mögliche Nachtleben von Neustadt auszuspähen. Nach ca. 85 Kilometern war auch die nördliche Tour zu Ende. Der Abend endete nach deftigem Flammkuchen wie gewohnt mit verschiedenen guten Rieslingsweinen. Die Heimfahrt am nächsten Tag verlief problemlos, auch wenn eine Crew unbedingt über Heilbronn versuchte, Frankfurt zu erreichen. |
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